MATHIAS
Clara Stern
Österreich 2017, DCP, Farbe, 30 Min., OmeU – Wien-Premiere

In Anwesenheit des Teams von MATHIAS mit anschließendem Filmgespräch und Empfang

Präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Institut für Film- und Medienwissenschaft der Filmakademie

Preis für den „besten Kurzspielfilm“ – Diagonale – Festival des österreichischen Films 2017

Mathias fängt einen neuen Job in einer Speditionsfirma an. Für ihn nicht nur ein neuer Job, sondern ein großer Schritt auf seinem Weg in seine neue Identität. Mathias hieß früher Magda, aber das soll in seiner Arbeit niemand erfahren. Mathias schließt Freundschaft mit einem Arbeitskollegen. Alles läuft perfekt. Nur zuhause bei seiner Freundin Marie hat Mathias das Gefühl, als wäre Magda immer noch anwesend. Und dann erkennt ihn ein Arbeitskollege auch noch von früher…

An der Geschichte von MATHIAS, die von jemandem, den wir kennen, inspiriert wurde, haben uns zwei Aspekte besonders fasziniert: Einerseits das Transgender-Thema – ein Thema, bei dem es uns vor allem um das Suchen und das Finden von Identität geht, andererseits die Allgemeingültigkeit dieser individuellen Geschichte: Oft reicht es in einer Beziehung nicht, dass sich zwei Menschen lieben. Wenn sie an zu unterschiedlichen Punkten ihrer persönlichen Entwicklung stehen oder wenn die Erwartungen an die Beziehung zu weit auseinandergehen, ist es schwierig, miteinander glücklich zu sein. Nach einer langen und intensiven Recherche zum Thema Transidentität und Transgender und nach vielen Gesprächen mit transidenten Personen haben wir uns dafür entschieden, in unserem Film nicht den Anfang der Transition, also der Anpassung an das gelebte Geschlecht zu erzählen, sondern uns der Phase zu widmen, wenn nach außen hin alles „schon wieder in Ordnung“ scheint. Wenn die äußerliche Angleichung für Außenstehende abgeschlossen ist, kann trotzdem die Suche nach der eigenen Identität noch voll im Gang sein. Diese Suche beinhaltet aber auch das Erlernen eines neuen Selbstbewusstseins, einen neuen gesellschaftlichen Umgang und vor allem die eigene Akzeptanz. Es ist die Geschichte über einen Neuanfang, der den Schmerz beinhaltet, Gewohntes, Geliebtes und Vertrautes hinter sich zu lassen. (Clara Stern, Johannes Höß)

Clara Stern
geboren 1987 in Wien, arbeitet als Drehbuchautorin, Regisseurin und Moderatorin. Sie studierte Regie und Drehbuch an der Filmakademie Wien sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Uni Wien (Mag. Phil.). Sie ist Preisträgerin des Carl-Mayer-Drehbuchpreises der Stadt Graz, 2016 und hat diverse Doku-und Spiel-Kurzfilme realisiert. MATHIAS ist ihr Diplomfilm an der Filmakademie Wien im Fach Regie.

Filmografie (Auswahl):
Die Inseln, die wir sind (2011, Kurzfilm), Manchmal bin ich ein Krieger, sagt meine Freundin (2011, Kurzfilm), Sonnenuntergang (2012, Kurzfilm), Erntezeit (2013, Kurzfilm), Im Jahre Schnee (2013, Kurzdoku), Leuchtkraft (2015, Kurzdoku, Ko-Regie: Johannes Höß), Nachtlicht (2016, Kurzfilm), Wartezeit (2017, Kurzfilm), MATHIAS (2017, Kurzfilm).

www.mathias.clarastern.at

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
12.06. 18:00 / Filmcasino

REGIE:
Clara Stern

Buch: Clara Stern, Johannes Höß.
Kamera: Johannes Höß.
Schnitt: Matthias Writze.
Szenenbild: Antoinette Höring, Constance Stein.
Kostüm: Katharina Wolschlager
Produktionsleitung: Silvia Winzinger, Chris Dohr.
Mit: Gregor Kohlhofer, Magdalena Wabitsch, Ahmet Simsek, Brigitta Kanyaro, Michael Edlinger, Barbara Gassner.

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