Quand on a 17 ans  (Being 17)
André Téchiné
Frankreich 2016, DCP, Farbe, 116 Min., OmdU

Filmpräsentation mit freundlicher Unterstützung von FILMLADEN

Preis der Schüler_innen Jury – Französische Filmtage Tübingen 2017
Grand Jury Award „Best Feature Film“ – Outfest Los Angeles LGBTI Film Festival 2016

Ein beglückender Film! Der Tagesspiegel
André Téchiné macht mit 73 seinen jugendlichsten Film – eine Offenbarung! Variety
Zwei Meister des Naturalismus – zutiefst faszinierend! IndieWire

Zwei Jungs, die nicht voneinander lassen können, egal ob sie sich prügeln oder küssen. Quand on a 17 ans, die Zusammenarbeit des 73-jährigen André Téchiné und der 38-jährigen Céline Sciamma, inszeniert die männliche Pubertät als filmisches Kraftfeld, brachte damit den letztjährigen Berlinale-Wettbewerb in Schwingung und holt hoffentlich die atemlos geschnittenen, ständig Salti schlagenden Filme von Téchiné wieder zurück in deutsche Programmkinos! Der Spiegel

Psychologisch präzise, visuell virtuos, atmosphärisch dicht sowie sehr überzeugend gespielt. Höchste Zeit, dass dieser Berlinale-Liebling endlich auf die hiesigen Leinwände kommt! programmkino.de

Damien und Thomas gehen in dieselbe Gymnasialklasse – und mögen sich ganz und gar nicht. Sobald Worte nicht mehr genügen, um sich gegenseitig zu verletzen, prügeln sie aufeinander ein. Dabei könnten sie Freunde sein: Damien, der Sohn der Landärztin Marianne und eines Militärfliegers, der gerade im Auslandseinsatz ist, und Thomas, Adoptivsohn mit maghrebinischen Wurzeln, der in einer Bauernfamilie auf einem abgelegenen Berghof lebt. Als die Bäuerin nach mehreren Fehlgeburten wieder ein Kind erwartet und einer komplizierten Schwangerschaft entgegensieht, nimmt Marianne den verschlossenen Jungen für eine Weile bei sich auf. Damien und Thomas müssen nun unter einem Dach leben... (Berlinale 2016)

Eine Kamerafahrt, winterweiße und sommergrüne Straßen entlang, mit eindeutig überhöhter Geschwindigkeit, das ist der Vorspann, und schon ist die Atmosphäre dieses Films da, der so wenig aussprechen muss, um so viel zu sagen. Das Tempo ist das des Daseins selbst, wenn plötzlich alles auf einmal geschieht, wenn es Sommer und Winter zugleich wird, wenn das Leben noch einmal neu beginnt, weil der, der durch seine Türen tritt, kein Kind mehr ist.
Thomas und Damien. Sollten die beiden sich nicht zusammentun? Immerhin sind zwei Außenseiter schon eine beginnende Mehrheit, aber im Gegenteil. Einander sehen, heißt sich prügeln. Sie haben keinen Grund dazu, umso schlimmer, umso auswegloser! Zwischen Kacey Mottet Klein als Damien und Corentin Fila als Thomas flirrt eine Spannung, selbst wenn sie nur hintereinander gehen. Téchiné macht die schroffe Bergwelt der Pyrenäen zur Verschworenen, zur Miterzählerin. Sie hat nichts Redseliges, Quand on a 17 ans auch nicht. Thomas und Damien unter demselben Dach! Das wir diese dramaturgische Gewagtheit einfach hinnehmen, liegt nicht zuletzt an Sandrine Kiberlain. Das Temperament dieser Darstellerin, die auf fast hässliche Weise schön, auf eine anziehende Weise beinahe hässlich sein kann, zerstreut alle Zweifel. Und wie allmählich erst uns und Damien bewusst wird, dass er diesen unmöglichen, diesen ganz und gar untragbaren Hausgast liebt, mit aller Unsicherheit, aller Verwundbarkeit des Zumerstenmal. Und aller Vorläufigkeit auch. Ausgerechnet Thomas! (Kerstin Decker, Der Tagesspiegel)

André Téchiné
wurde 1943 in Valence d’Agen, Frankreich geboren. Von 1964 bis 1967 war er Redakteur der Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“, dann Regieassistent bei Jacques Rivette mit ersten Inszenierungen an Pariser Theatern und seit Anfang der Siebzigerjahre Drehbuchautor und Regisseur. Zu seinen größten Erfolgen zählen Ma Saison Preferée (Meine liebste Jahreszeit, 1993) sowie das vielfach ausgezeichnete Drama Les Roseaux sauvages (Wilde Herzen,1994). Bei ‚identities‘ zu sehen waren: Les Témoins (2007, identities 2007) und Les Voleurs (1996, identities 2009).
 

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
11.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
André Téchiné

Buch: André Téchiné, Céline Sciamma.
Kamera: Julien Hirsch.
Schnitt: Albertine Lastera.
Produktion: Olivier Delbosc, Marc Missonnier, Christine de Jekel.
Mit: Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila, Alexis Loret.

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