Pelo malo  (Bad Hair)
Mariana Rondón
Venezuela/Peru/Argentinien/Deutschland 2013, DCP, Farbe, 93 Min., OmdU – Österreich-Premiere

Über 50 internationale Auszeichnungen (Auswahl):
Golden Shell „Best Film“ – San Sebastián Film Festival
Silver Astor „Best Direction“ – Mar del Plata Film Festival
„Best Actress“ – Torino Film Festival
Audience Award La Stampa collateral – Torino Film Festival
„Best Caribbean Film“ – Puerto Rico Film Festival

Pelo malo erzählt von der Identitätsfindung eines venezolanischen Jungen – und den Tabus Lateinamerikas. Der Spiegel
Ein beeindruckendes Drama von großer Ausdruckskraft. Variety
Dieser Film hat mein Herz in tausend Stücke gerissen. CBC Radio, Toronto

Junior hat krauses Haar – pelo malo, also „schlechtes Haar“ – so wie sein farbiger Vater. Doch sein Vater ist tot, und Junior lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter, die gerade ihren Job als Wachfrau verloren hat, und dem kleinen Bruder in einem der tristen Wohnsilos in Caracas. Sie kommen mehr schlecht als recht durch. Junior ist meistens allein zu Hause, schaut mit seiner gleichaltrigen Nachbarin Telenovelas, beobachtet vom Balkon das Treiben um den Block und posiert vor dem Spiegel wie ein berühmter Sänger. Denn Junior liebt Musik und Tanz. Und genau so wie sein Vorbild, will er für das Schuljahrbuch fotografiert werden. Wenn da nur nicht diese Haare wären. Also schmiert er sich Öl und Mayonnaise auf den Kopf, aber nichts hilft. Juniors Mutter Marta hat für so etwas keine Zeit und auch kein Verständnis. Für sie ist Juniors Verhalten zu „weibisch“, was in der machistischen Kultur Venezuelas zu großen Problemen führen kann. Die Angst, dass der Junge schwul sein könnte, lässt Marta zu extremen Mitteln greifen, um den Sohn auf den „richtigen“, den gesellschaftlich konformen Weg zu bringen…

Die Frisur gilt als Metapher, stellvertretend für die ganze Persönlichkeit. Der Junge ist auf der Suche nach seinem eigenen Ich. (Karin Latour und Peer Kling, filmlandschaft.net)

Regisseurin Mariana Rondón (El chico que miente) thematisiert in Pelo malo das komplexe Problemfeld zwischen Geschlecht, Klasse und ethnischer Zugehörigkeit. Sie zeichnet ein sehr realistisches Bild des harten Alltags in Caracas, weshalb der Film in Venezuela von Seiten der Regierungsfreundlichen stark angefeindet wurde. Pelo malo zeigt … wertfrei, aber mit beeindruckend emotionaler Ausdruckskraft, was der tägliche Überlebenskampf aus einem Menschen macht und wie schwer es diejenigen haben, die anders sind […]. Pelo malo ist […] gleichermaßen ein dokumentarisch anmutendes Porträt von Mutter und Sohn im chaotischen Caracas, und […] ein universelles Plädoyer für Toleranz – entgegen dem oft rassistischen und homophoben Alltag im Land.

Mariana Rondón
ist Regisseurin, Drehbuchautorin und bildende Künstlerin. Sie wurde in Barquisimeto, Venezuela, geboren, studierte Animation und Videokunst in Paris sowie Film an der Escuela Internacional de Cine y Televisión in Kuba. Ihr erster Kurzfilm war Street 22, ihr erster Langfilm A la medianoche y media (At Midnight and a Half, 1999) - in Ko-Regie mit Marité Ugás. Ihr Langfilm Postales de Leningrado (Postcards from Leningrad, 2007) erhielt 23 internationale Auszeichnungen.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
14.06. 20:00 / Metro Kino Historischer Saal

REGIE:
Mariana Rondón

Buch: Mariana Rondón.
Kamera: Micaela Cajahuaringa.
Schnitt: Marité Ugás.
Produktion: Marité Ugás.
Mit: Nelly Ramos, Beto Benites, Maria, Emilia Sulbarán.


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