Barash  (Blush)
Michal Vinik
Israel 2015, DCP, Farbe, 83 Min., OmdU

Script Award in collaboration with the Scriptwriters’ Guild – Haifa Intl FF 2015
Danny Lerner Award for Best Actress “Sivan Noam Shimon” – Haifa Intl FF 2015
Danny Lerner Award for Best Actor “Dvir Benedek” – Haifa Intl FF 2015
Best Feature Film – Outview FF 2016
Jury Award for Best Feature Film – MIX Milano 2016
Main Prize – Sopot FF 2016
Best Feature Film – Everybody’s Perfect: Geneva Intl Queer FF 2016

The Israeli Female Rebel Romance
Dieser Film ist so cool, wie viele amerikanische Indie-Movies gerne wären.
Daniela Costa, AfterEllen

Die siebzehnjährige Na’ama Barash lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Tel Aviv. Eines Tages taucht Dana in der Schule auf: blond, wunderschön und wilder als alle anderen. Sie zeigt Na’ama, wie Mädchen sich küssen und nimmt sie mit zu den verbotenen Partys. Für ihren Schwarm rasiert sich Na’ama sogar die Haare ab. Doch Dana ist kein Mädchen, das sich nur an eine bindet. Währenddessen ist Na’amas Schwester Liora von der Basis verschwunden, auf der sie gerade ihren Militärdienst leistet. Und es gibt Gerüchte, Liora sei mit einem Araber zusammen. Wen und wie die Barash-Schwestern lieben, stellt den Zusammenhalt innerhalb ihrer Familie auf eine harte Probe…

Das Besondere an Michal Viniks Regiedebüt ist sein politischer Subtext: Barash erzählt nicht nur davon, wie es für ein Mädchen ist, sich das erste Mal in ein anderes Mädchen zu verblieben, sondern stellt auch die Frage, wie frei man als junge Frau im heutigen Israel leben kann. Die siebzehnjährige Na’ama ist ein stinknormaler Teenager. Sie trinkt, nimmt Drogen […] und hängt am liebsten mit ihren beiden Freundinnen Lili und Yfat ab. Vieles von dem, was Na’ama tut, ist eine Flucht vor ihrem Zuhause, in dem sie mit ihrem patriarchalen Vater Gideon, ihrer neurotischen Mutter Michel, dem jüngeren Bruder Dudu und der älteren Schwester Liora lebt.
Dana Hershko ist anders, nicht nur wegen ihres langen, hellblondierten Haares mit Sidecut, den Tattoos, den skinnyskinnyskinny Jeans und den oversized Shirts. Dana ist der Heroin Chic der 1990er Jahre und der Punkrockappeal der 80er. Sie besucht die Schule kaum, „sie mögen mich hier nicht“, sagt sie und es ist überdeutlich, dass die Abneigung beidseitig ist. Im Gegensatz zu Na’ama und ihren Freundinnen stammt Dana aus einer instabilen Familie, sie verkörpert, was die anderen imitieren. Und Na’ama ist fasziniert. Der erste Kuss auf einem Spielplatz. Kein Kommentar dazu, keine Irritation, dann küsst ein Mädchen eben ein Mädchen, so läuft das heute. „Du hast mir den besten Kuss meines Lebens gegeben“, sagt Na’ama in ihre Handykamera, mehrmals, immer wieder, den besten Kuss. Es ist leicht zwischen ihnen, alles ist leicht, fast träumerisch und plötzlich wird das Leben so unglaublich cool, wie Na’ama sich das vorstellt… (Tania Witte, Sissy)

Michal Vinik erzählt in ihrem sinnlichen Regiedebüt von erster Liebe, Liebeskummer und der Suche nach dem eigenen Ich. Für das vielschichtige Drehbuch und die beeindruckenden Leistungen der Nachwuchsdarstellerinnen wurde Barash auf dem Internationalen Filmfestival Haifa mit gleich drei Preisen ausgezeichnet.

Michal Vinik
studierte Regie und Drehbuch an der Universität von Tel Aviv. Letzteres unterrichtet sie heute dort. Ihr Filmdebüt war der Kurzfilm Bait (2009). 2011 war sie beim Filmfestival Locarno mit dem Kurzfilm Reality Check vertreten. Barash ist ihr erster Spielfilm.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
10.06. 18:00 / Filmcasino

REGIE:
Michal Vinik

Buch: Michal Vinik.
Kamera: Shai Peleg.
Schnitt: Joelle Alexis.
Musik: Daphna Keenan.
Produktion: Amir Harel, Ayelet Kait.
Mit: Sivan Noam Shimon, Hadas Jeid Sakuri, Dvir Benedek, Irit Pashtan.
FILM EMPFEHLEN

print