Long Time Love
Mitra Devi, Bea Huwiler
CH 2014, Digital, Farbe, 50 min, Schweizerdeutsche OmdU – Österreich-Premiere

In Anwesenheit von Mitra Devi und Bea Huwiler.

Publikumspreis – Pink Apple FF Zürich

Über die Liebe, die Jahre oder Jahrzehnte dauert.
Fünf lesbische Paare und ihre Eigenwilligkeiten, Erfahrungen und Erkenntnisse.
Ein Interviewfilm.


Bei den einen hat es schon bei der ersten Begegnung ,geklickt‘, während andere sich gegenseitig anfänglich kaum wahrgenommen haben: Fünf lesbische Paare beantworten in Long Time Love Fragen zu ihren langjährigen Liebesbeziehungen. In vertrauter Atmosphäre sprechen die Frauen vom gemeinsamen Alltag, von den liebenswürdigen und gewöhnungsbedürftigen Eigenschaften ihrer Partnerin. In reduzierten Kameraeinstellungen lassen die Filmemacherinnen die Paare sprechen, in Erinnerungen schwelgen, miteinander lachen und weinen. (Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg)

Fünfmal ein liebevoller Kuss auf dem Sofa – so beginnt der Porträtfilm der Krimiautorin und filmischen Autodidaktin Mitra Devi über traute lesbische Zweisamkeit in der Schweiz. Zu den Protagonistinnen hat sie über ein Inserat gefunden, das im Newsletter von Pink Apple, dem Queer Filmfestival in Zürich, veröffentlicht wurde. Vor der Kamera: Gabriela und Chris, die seit elf Jahren zusammen sind. Bei Nel und Nishi sind es schon 17. Bereits 18 Jahre dauert die Liebesbeziehung zwischen Sara und Eva an, während Fab und Sunci, Gründerinnen des bekannten lesbischen Onlineportals shoe.org, seit 16 Jahren Tisch und Bett miteinander teilen. Rekordhalterinnen sind Renate und Karin: Sie bringen es auf fast ein Vierteljahrhundert gemeinsames Beziehungsleben.
Mit entwaffnender Ehrlichkeit und Witz beantworten die unterschiedlichen Paarungen scheinbar simple Fragen: Was hält sie zusammen, nach all den Jahren? Was könnte sie trennen? Hat sich das anfängliche Feuer in Alltagsroutine verwandelt, oder flattern noch die Schmetterlinge im Bauch? Und natürlich: Haben sie noch Sex miteinander?
Von der Hausfrau über die Unternehmerin bis zur Therapeutin, mit oder ohne Kinder, von der früh ,berufenen‘ Lesbe bis zum ,late bloomer‘ – so verschieden wie die einzelnen Frauen sind auch die Beziehungsgeschichten der jeweiligen Paare. Ging bei den einen schon beim ersten Blick ein Feuerwerk der Gefühle los, kam die Liebe bei den anderen erst auf den zweiten – oder vielleicht auch dritten – Blick. Während ein Paar am liebsten jede freie Minute miteinander verbringen will, weiß ein anderes schon allein aufgrund seiner Fernbeziehung, dass räumliche Distanz kein Hemmschuh für eine langlebige Partnerschaft sein muss. Freimütig wird nicht nur von den Freuden berichtet, sondern auch von den schwierigen Momenten, den Gegensätzen untereinander und den Herausforderungen. Aber auch von der Offenheit, Veränderung zuzulassen – der anderen wie einer selbst.
Manche glauben fest an Vorherbestimmung, andere nennen es einfach: Glück. Über eben dieses sagt eine: „Es ist nie selbstverständlich.“ In Zeiten, in denen im Queer-Kontext viel über nicht-monogame und alternative Beziehungsformen diskutiert wird, mögen die porträtierten Zweierbeziehungen eher traditionell sein. Und doch mutet in einer Gesellschaft, in der Lesbischsein noch immer als ,Abweichung‘ gilt und lesbische Beziehungen wenig ernst genommen werden, der Ausspruch „Wir sind ein tolles Paar!“ nicht nur mutig, sondern ebenso ermutigend an. (Vina Yun)

Mitra Devi
Geboren 1963 in der Schweiz. Sie ist Absolventin der F+F-Kunstschule und lebt als freie (Krimi-)Autorin, bildende Künstlerin, Journalistin und Filmemacherin in Zürich.
Filmografie (Auswahl): Vier Frauen und der Tod (2013, Doku), Gothic (2014, Doku)




KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
19.06. 22:00 / Top Kino

REGIE:
Mitra Devi, Bea Huwiler

Konzept, Schnitt, Produktion: Mitra Devi
Kamera, Ton: Bea Huwiler
Mit: Chris, Gabriela, Eva, Sara, Karin, Renate, Nel, Nishi, Sunci und Fab
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