Alex & Ali
Malachi Leopold
USA 2014, Digital, Farbe, 88 min, amerikanische/Farsi OmeU – Österreich-Premiere

Jury Award & Audience Award „Best Documentary“ – Reeling Chicago LGBT Intl FF
Best Documentary – Tampa Intl Gay & Lesbian FF
Jury Award – Ft. Lauderdale Gay & Lesbian FF
Best Documentary – Silent River FF

Präsentiert in Kooperation mit QUEER AMNESTY Österreich

Nach mehr als drei Jahrzehnten wiedervereint.

A love story as inspiring as it is tragic … two men that for years fought for their right to be together.
The Arts Guild

Heartwarming and heartbreaking.


Die Islamische Revolution in den 1970ern reißt den Iraner Ali und den US-Amerikaner Alex auseinander – 35 Jahre später treffen sie sich wieder, begleitet von einer Kamera.
Die Story ist fast zu unwahrscheinlich, um sie zu glauben: Zwei junge Männer lernen sich 1967 im Iran kennen und verlieben sich auf Anhieb ineinander. Fast ein Jahrzehnt leben Alex, der im persischen Shiraz als Freiwilliger des US Peace Corps Englisch unterrichtet, und der Iraner Ali in einer heimlichen Beziehung – bis die Islamische Revolution sie 1977 trennt. Alex muss das Land verlassen. Jahrelang herrscht erzwungene Funkstille zwischen den beiden. Erst 1983 gelingt es ihnen, wieder regelmäßigen Kontakt zueinander herzustellen. Telefonieren ist zu dieser Zeit noch unbezahlbar und ein Briefwechsel für Ali zu gefährlich. Denn fast die gesamte Post wird zensiert. Damals wie heute ist Homosexualität laut iranischer Rechtsprechung verboten. Auf sexuelle Handlungen unter Männern steht die Todesstrafe. Nur ganz wenige unverfängliche Briefe erreichen überhaupt ihr Ziel.
Im Mai 2012 bringt der Dokumentarfilmer Malachi Leopold diese Bewohner zweier Welten wieder zusammen – auf neutralem Boden in der Türkei, einem Land, in das Ali ohne ein Visum ausreisen darf. Doch die Wiedersehensfreude ist getrübt: Bei der Ausreise finden Zollbeamte bei Ali regimekritische Fotos und Briefe, die ihn möglicherweise belasten können. Nun muss er fürchten, bei seiner Rückkehr verhaftet, verhört und womöglich sogar gefoltert zu werden. Seine einzige Rettung wäre ein Asylantrag, nach dem er aber bis zu zwei Jahre in der Türkei festsitzen würde – ohne gesicherte Aussicht auf Erfolg. Wie wird sich Ali entscheiden? (Bernd Rosenbaum, queer.de)
Regisseur Malachi Leopold erzählt in Alex & Ali die außergewöhnliche wie schmerzvolle Liebesgeschichte seines Onkels Alex und dessen Freund Ali (zu ihrem Schutz wurden ihre Namen im Film geändert). Das Wiedersehen der mittlerweile ergrauten Männer, die sich nach einer schieren Ewigkeit wieder in den Armen liegen, ist zutiefst berührend. Zugleich ist auf beiden Seiten die Unsicherheit spürbar: Ist der andere noch der, der er einst war? Ist man selbst vielleicht ein anderer geworden?

Alex & Ali handelt von Grenzen und Trennlinien verschiedener Art und davon, wie diese das Leben von Individuen nachhaltig beeinflussen. Der Film stellt aber auch die Frage: Welche Konsequenzen hat es, die Verfolgung und Unterdrückung von LGBT-Personen in einem Teil der Welt und die Freiheiten von Queers in einem anderen Teil isoliert voneinander zu beachten? Denn während die homophobe Gesetzgebung samt der gewaltsamen Verfolgung queerer Menschen im Iran für Empörung und Proteste im Westen sorgt, bleiben die Hürden für LGBT-Flüchtlinge, die in Europa und den USA um Asyl ansuchen, weiterhin aufrecht. Im Iran ist Homosexualität ein Tabu; um Chancen auf Bleiberecht im Ausland zu haben, müssten sich die Betroffenen jedoch zwangsläufig outen – nicht nur für Ali, der sich bisher nie als schwul identifiziert hat, ein schwerwiegendes Dilemma. (Vina Yun)

Malachi Leopold
Social Entrepreneur, Filmemacher und Menschenrechtsaktivist. Leopold ist Gründer von Left Brain/Right Brain Productions, einer Agentur, die sich Projekten für einen sozialen Wandel widmet.
Filmografie (Auswahl): 22 Years from Home (2009, KF), Standing Silent (2011)

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
20.06. 18:00 / Filmcasino

REGIE:
Malachi Leopold

Buch: Malachi Leopold
Kamera: Brendan Leahy
Schnitt: Frederick Shanahan
Musik: Andrew Edwards
Mit: Alex, Ali, Malachi Leopold


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