Respire  (Breathe)
Mélanie Laurent
F 2014, DCP, Farbe, 92 min, OmdU – Österreich-Premiere

Mélanie Laurent und Anne-Sophie Brasme sind angefragt.

Atemberaubend. The Hollywood Reporter

Raffiniert, schonungslos, hypnotisch. Le Journal du Dimanche

Eine Chronik des Erwachsenwerdens, die sich vor unseren entsetzten, aber bewundernden Augen in einen Horrorfilm entwickelt. Le Monde

Mélanie Laurent hat einen guten Blick für das richtige Casting. Shooting-Star und César-Preisträgerin Lou De Laâge sieht wie die junge Jeanne Moreau aus und ist als kaltherzige Sarah beeindruckend. screendaily.com


Die 17-jährige Charlie ist in ihrem letzten Schuljahr. Sie ist klug und talentiert, vom Typ her eher still und nachdenklich, aber durchaus gewitzt, wenn notwendig. Das endlose häusliche Gezänke zwischen Vater und Mutter hat seine Spuren hinterlassen. Der Schulalltag plätschert dahin. Die üblichen Rituale zwischen Mädchen und Jungs – wer geht gerade mit wem, wer steht auf wen, wer ist ‚in‘, wer ‚out‘ in der Hackordnung der Klasse und Cafeteria – interessieren Charlie nur wenig. Aber dann kommt eine neue Schülerin in die Klasse: Sarah ist schön und emanzipiert, scheint die Welt zu kennen, hat eine Mutter, die für eine NGO in Afrika arbeitet. Schon bald ist Sarah der ‚Star‘ unter den Mitschüler_innen und auf deren Partys – und für beide Geschlechter gleichermaßen faszinierend. Charlie ist ganz aufgekratzt als Sarah beschließt, ihre Freundin zu werden. Bald sind sie unzertrennlich, verbringen ihre gesamte Freizeit zusammen. Sarah wird sogar in Charlies Familie integriert, wo sie für Aufregung sorgt, als sie mit wachsender Vertrautheit so manche (nicht nur emotionale) Grenze überschreitet.
In der Klassenhierarchie ist Charlie durch ihre intensive Verbindung mit Sarah plötzlich cool geworden. Doch während Charlies Gefühle für Sarah immer stärker werden, scheint diese schon bereit für den nächsten Flirt und die Suche nach einer neuen Freundin. Mit ihren Emotionen allein gelassen entdeckt Charlie beim Versuch einer letzten Annäherung zufällig Sarahs Geheimnis. In der jugendlichen Welt überschwänglicher Emotionen können diese jedoch tödlich sein … (Barbara Reumüller)

Diese wunderbare Schilderung von der zerstörerischen Kraft jugendlicher Leidenschaften war ein Liebling der Kritiker_innen in Cannes. (Int. Filmfest Oldenburg)

Sarah erinnert ein wenig an Patricia Highsmiths’ Hochstapler Tom Ripley und an den jugendlichen Taugenichts aus François Ozons Film Dans la maison (In the House), der sich bei einer Vorzeigefamilie einschleicht und alles zu erfüllen scheint, was ihr eigener Sohn nicht verkörpern kann. Wie gekonnt De Laâge die innere Traurigkeit von Sarah verkörpert, macht es uns als Zuschauer_innen unmöglich, sie nur als Soziopathin oder emotionalen Vampir zu sehen. Dieses Gefühl verstärkt sich sogar, sobald wir erfahren, woher Sarah tatsächlich kommt – eine Szene, die großartig gefilmt ist, die Kamera tastet das Haus von außen ab und beweist, dass die Regisseurin nicht nur genial mit ihren Akteurinnen arbeiten kann, sondern auch visuell äußerst talentiert ist. Die große Stärke von Respire (Breathe) ist, wie sehr es der Regisseurin gelingt, uns zu Kompliz_innen in Charlies und Sarahs klaustrophober, wechselseitiger Abhängigkeit zu machen. Erstaunlich, wie lebhaft Laurent die Welt heranwachsender Teenager noch in Erinnerung hat, wie schnell man sich als Außenseiter_in empfindet, wie sich Eifersucht und Liebeskummer anfühlen. All diese Gefühle durchfluten den Film, als ob Laurent selbst erst gestern noch so jung gewesen wäre. (Scott Foundas, Variety)

Mélanie Laurent
Geboren 1983 in Paris. Sie hat als Schauspielerin in zahlreichen Filmen, u.a. in Je vais bien, ne t’en fais pas (Keine Sorge, mir geht’s gut, 2006), Beginners (2010; identities 2011) und Inglourious Basterds (2009), mitgewirkt. 2011 drehte sie ihren ersten Spielfilm Les Adoptés (2011). Respire (2014) ist ihr zweiter Spielfilm, der beim Filmfestival in Cannes 2014 in der Sektion „Semaine de la Critique“ seine Premiere feierte.




KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
20.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
Mélanie Laurent

Buch: Mélanie Laurent, Julien Lambroschini nach einem Roman von Anne-Sophie Brasme
Kamera: Arnaud Potier
Schnitt: Guerric Catala
Musik: Marc Chouarain
Mit: Joséphine Japy, Lou De Laâge, Isabelle Carré, Roxane Duran, Alejandro Albbaracin, Carole Franck, Rasha Bukvic
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