La Dune  (The Dune)
Yossi Aviram
F/ISR 2013, DCP, Farbe, 87 min, französische/hebräische OmeU – Österreich-Premiere

In Anwesenheit von Yossi Aviram.

Rozalia Katz Award „Best Debut Feature Film“ – Haifa Intl FF

Ein Krimi und ein Familienfilm.
Subtile Körpersprache, vielsagende Blicke und atemberaubendes Licht.
Seattle Intl FF
Disarmingly charming.
Sydney Arts Guide


Hanoch, ein wortkarger Fahrradhändler, reist eines Tages scheinbar grundlos von Israel nach Frankreich. Währenddessen befindet sich der in Paris lebende Polizeibeamte Reuven (Niels Arestrup) kurz vor seiner Pensionierung. Es ist endlich Schluss mit Ermittlungen und persönlich belastenden Fällen. Sein Lebenspartner Paolo (Guy Marchand) ist glücklich: Jetzt gibt es Zeit für ein Privatleben, für Familienfeste und Urlaub. Da bekommt Reuven einen letzten Auftrag: Er soll die Identität eines Mannes feststellen, der bewusstlos am Strand gefunden wurde. Der schweigsame Gestrandete ist Hanoch (Lior Ashkenazi), der es auf eine Begegnung mit Reuven angelegt zu haben scheint. Doch warum redet er nicht? Und was ist sein Geheimnis?

Yossi Avirams Debütfilm ist eine ungewöhnlich subtile Geschichte mit großem Feingefühl. Reich an kleinen Nuancen porträtiert Aviram zwei Lebenswege, die in Frankreich über Umwege aufeinandertreffen. (Pink Apple FF)

Aviram reduziert die Dialoge auf ein Minimum, weil er den Blick auf die physische Präsenz seiner Figuren richten möchte, die um einiges reicher ist als es jedes Gespräch sein könnte. Jeder Charakter hat ein komplexes Innenleben und bleibt sympathisch. Ein zentraler Handlungsstrang ist die schwule Beziehung zwischen Reuven und Paolo: Die beiden sind höchst unterschiedlich, sie haben hin und wieder ihre Meinungsverschiedenheiten, aber die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden gibt Reuven die nötige Kraft, seinen schwierigen Job zu meistern. Yossi Avirams Debütspielfilm ist Pierluigi Rotili und Reuven Vardi gewidmet, jenem älteren schwulen Paar aus seiner früheren Dokumentation Paris Return, das Inspiration für La Dune war. (Karin Cerny)

In seinem Langfilmdebüt interpretiert Yossi Aviram den ‚film policier‘, den klassischen Krimi, mit zwei ‚Großen‘ des französischen Arthouse-Kinos neu: Niels Arestrup und Guy Marchand, in einem Cameo-Auftritt außerdem Matthieu Amalric. Ein letzter Fall am Ende der erfolgreichen Karriere des Kommissars, der offen in einer schwulen Partnerschaft lebt, geht daneben, und dann landet auch noch die Causa eines eigentümlichen Fremden, der an der Küste aufgefunden wird und nicht sprechen will, als ‚Ehrenrunde‘ vor der Pension auf seinem Tisch. Spannung baut Aviram nicht über temporeiche Action, sondern über Details, Andeutungen und Auslassungen, falsche Fährten und Widersprüche auf. So wird die Krimigeschichte zum subtilen, hintergründigen Drama mit feinen ironischen Noten, in dem individuelle Geschichte und familiäre Bande, Beruf und Privatleben, vor allem aber der Konflikt mit - eigenen wie fremden - Rollenerwartungen sowie Pflicht, Glück und Unglück auf exemplarische und wunderbare Weise menschlich erfahrbar werden. (Barbara Reumüller)

Yossi Aviram
Geboren 1971 in Jersusalem. Der israelische Autor und Regisseur studierte Film an der Sam Spiegel Film & Television School, die er 2000 abschloss. Seine preisgekrönte Dokumentation Paris Return über ein älteres schwules Paar mit Wurzeln in Frankreich und Israel war Inspiration für seinen ersten Spielfilm La Dune.
Filmografie (Auswahl): Anna (1999, KF), Kol erev (Paris Return, 2009, Doku), The Polgar Variant (2014, Doku)

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
20.06. 22:00 / Filmcasino

REGIE:
Yossi Aviram

Buch: Yossi Aviram
Kamera: Antoine Heberle
Schnitt: Anne Weil, Francois Gedigier
Musik: Avi Belleli
Mit: Niels Arestrup, Lior Ashkenazi, Guy Marchand, Matthieu Amalric, Emma de Caunes

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