Der Kreis  (The Circle)
Stefan Haupt
CH 2014, DCP, Farbe, 102 min, schweizerdeutsche OmdU – Österreich-Premiere

In Anwesenheit von Ernst Ostertag, Röbi Rapp und Ivan Madeo.

Präsentiert mit Unterstützung der Schweizer Botschaft Wien

Schweizer Nominierung für den Auslands-Oscar 2015
Panorama Publikumspreis &
Teddy Award „Bester Dokumentarfilm“
– Int. Filmfestspiele Berlin
Bester Spielfilm & Bestes Drehbuch – Schweizer Filmpreis 2015
Grand Jury Award „Best Documentary“ – Outfest LA LGBT FF
Best Feature Film – Turin LGBT FF

Ein Film über Liebe, (Lebens-)Mut und Respekt, nach einer historischen Begebenheit.
Faszinierend, rührend – eine der großen Entdeckungen der vergangenen Berlinale
. KulturSpiegel

Geschichte mit Gefühl. Der Tagesspiegel

Ein genauso wert- wie liebevolles cineastisches Zeitdokument. ARTE TV

Inspirierendes Selbstverständnis und Lebensmut. Radio Eins

Der schönste Schweizer Liebesfilm seit Jahren. Berner Zeitung

Liebe ist kein Verbrechen.
Zürich Mitte der 1950er Jahre: Der junge, schüchterne Lehrer Ernst Ostertag wird ganz still und heimlich Mitglied der Schweizer Schwulenorganisation ,Der Kreis‘. Seine ersten Schritte auf unbekanntem Terrain führen ihn zu einer Tanzveranstaltung. Dort lernt er Röbi, den Star des Abends, kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Ernst muss sich dabei zwischen seiner bürgerlichen Existenz und dem Bekenntnis zur Homosexualität entscheiden, für Röbi geht es um die erste seriöse Liebesbeziehung. Beide erleben gemeinsam die Blütezeit und Zerschlagung der Organisation, die Magazine herausbrachte und weltweit verschickte, riesige Tanzbälle veranstaltete und als Wegbereiterin der schwulen Emanzipation gilt. Der Film blickt von heute zurück in jene Vergangenheit, in der Zürich jedes Wochenende zur schwulen Metropole mit Besuchern aus Berlin, München und Amsterdam wurde, während es im nahen und fernen Ausland viel restriktiver zuging als in der Schweiz. Die unbeschwerte Zeit endete abrupt, als Morde im Strichermilieu zu massiven Repressionen führten, in deren Folge auch ,Der Kreis‘ aufgeben musste. (Sebastian Lübker, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg)

Stefan Haupts neuer Film entfaltet das faszinierende Universum einer der ersten schwulen Emanzipations-Communitys. Eindrucksvolle Gesprächsdokumente mit Ernst Ostertag und Röbi Rapp bereichern die Inszenierung ihrer jahrzehntelang gesellschaftlich tabuisierten Liebesgeschichte und vermitteln deren inspirierendes Selbstverständnis und Lebensmut. (Int. Filmfestspiele Berlin)

Sie sind ein tolles Paar, auch noch im hohen Alter. Rührend und unterhaltsam zugleich, wie die beiden betagten Männer auf ihre abenteuerliche Vergangenheit zurückblicken. Als sich der einst so schüchterne Lehrer Ernst Ostertag und der extravagante Röbi Rapp, die crossdressende Diva, kennenlernten. Der Kreis zeigt ein weltoffenes Zürich, das nach dem Zweiten Weltkrieg urban und mondän war. Oder wie es die Journalistin Klara Obermüller im Film formuliert – damals fühlte man sich „mit einem Bein in New York“. Jedes Wochenende kamen zahlreiche schwule Besucher aus Deutschland, um in der Schweizer Metropole rund um die Uhr Party zu machen, in einem Land, das den Paragrafen 175 bereits früh abgeschafft und Homosexualität unter Erwachsenen straffrei gestellt hatte. Es gab sogar einen besonders beliebten Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Zürich, der in der Szene als ,Warmluft-Hansa‘ bekannt war. (Karin Cerny)

Stefan Haupt
Autor und Regisseur. Geboren 1961 in Zürich. 2001 Spielfilmdebüt mit Utopia Blues, der unter anderem den Zürcher Filmpreis und dem Schweizer Filmpreis erhielt. Sein Film Elisabeth Kübler-Ross ist bis heute der erfolgreichste Schweizer Dokumentarfilm. Von 2008 bis 2010 war er Präsident des Verbands Filmregie und Drehbuch Schweiz, seit 2007 ist er Mitglied des Stiftungsrates der Promotionsagentur SWISS FILMS.
Filmografie (Auswahl): I’m Just a Simple Person (1998, Doku-KF), Utopia Blues (2001), Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen (2003, Doku), Downtown Switzerland (2004, Doku), How About Love (2010), Sagrada (2012, Doku)




KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
16.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
Stefan Haupt

Buch: Stefan Haupt, Christian Felix, Ivan Madeo, Urs Frey
Kamera: Tobias Dengler
Schnitt: Christoph Menzi
Musik: Federico Bettini
Mit: Matthias Hungerbühler, Sven Schelker, Anatole Taubman, Marianne Sägebrecht, Stephan Witschi, Babett Arens, Ernst Ostertag, Röbi Rapp u.a.

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