Hoje eu quero voltar sozinho  (The Way He Looks)
Daniel Ribeiro
BRA 2014, DCP, Farbe, 95 min, OmdU – Österreich-Premiere

Teddy Award „Bester Spielfilm“ – Int. Filmfestspiele Berlin
FIPRESCI Award – Int. Filmfestspiele Berlin
Audience Award – Frameline San Francisco Intl LGBT FF
Audience Award – Outfest LA LGBT FF
Audience Award – Turin LGBT FF

Herzklopfen im Dunkeln. Sissy Magazin

Süß und wunderschön beobachtet! The Hollywood Reporter

"Der Film tut so gut, als hätte man sich 95 Minuten Händchen haltend in die Sonne gesetzt“, so eine Kritikerin in Berlin.

Sie will Drama, er will die erste Liebe. Leonardo und seine beste Freundin Giovana verträumen ihre Sommerferien am Pool wie hunderte anderer brasilianischer Jugendlicher. Leonardo diskutiert mit seinen Eltern darüber, wie lange er ausgehen darf, wo er hingehen darf und wo nicht, ob er an einem Austauschprogramm teilnehmen kann und warum die Mutter so gluckenhaft beschützend hysterisch wird, wenn er erst nach Hause kommt, wenn es schon dunkel ist. Ganz normaler Teenie-Alltag. Und das macht Hoje eu quero voltar sozinho aus: Leonardos Leben ist ganz normal. Auch wenn etwas entscheidend anders ist: Für ihn ist es immer dunkel, egal zu welcher Uhrzeit. Leonardo ist blind.

Hoje eu quero voltar sozinho brilliert durch seine Leichtigkeit und seinen mitreißenden Humor. Daniel Ribeiro hat in einfühlsamen Bildern einen unbeschwerten Film über die erste Liebe gemacht, in den man sich sofort verliebt. Vor allem erzählt er von Vertrauen. Zwischen Freund_innen. Vertrauen darin, nichts falsch machen zu können. Und Vertrauen darin, dass die erste Liebe irgendwann plötzlich da ist, wie der Neue, der in die Klasse kommt, Gabriel. (Barbara Bichler, berlinda.org)

Regisseur Daniel Ribeiro fängt die Interaktion der beiden Jungen auf berührende und oft sehr erotische Art und Weise ein. Als Blinder ist Leo in vielen Situationen auf Körperkontakt angewiesen, sodass er und Gabriel gleich zu Beginn ihrer Freundschaft einander sehr nahe kommen. Doch wann wird die hilfsbereite Geste zur erotischen Berührung? Paradoxerweise geht es in im Film weniger darum, wie Gabriel aussieht, sondern darum, wie er sich anfühlt. (…)
Hoje eu quero voltar sozinho
ist kein Coming-out-Drama. Leo ringt nicht mit seiner Homosexualität. Es ist überraschend und bewundernswert, mit welcher Gelassenheit und Natürlichkeit er seinen Gefühlen zu Gabriel begegnet. Die Problematisierung der gleichgeschlechtlichen Neigung entsteht außerhalb der Hauptfigur, durch Mobbing und schwulenfeindliche Witze der Mitschüler. Leo selbst verurteilt sich für seine Homosexualität zu keinem Zeitpunkt. So gelingt es Daniel Ribeiro seine Geschichte homosexueller Liebe mit einer besonderen Selbstverständlichkeit zu erzählen, ohne die gesellschaftlichen Probleme zu verschweigen. (Sophie Charlotte Rieger, kino-zeit.de)

Gabriel fordert Leonardo ständig heraus: Er möchte mit ihm ins Kino gehen, fährt rasant Fahrrad und überredet den schüchternen Klassik-Fan zum gemeinsamen Tanzen. Gabriel vergisst oft, dass Leo blind ist. Gerade dadurch ermöglicht er diesem ein Stück Normalität, wie sie ihm von dessen Eltern verweigert wird. Der ebenso beschwingte wie behutsame Film zeigt, worum es beim (ersten) Verliebtsein letztendlich immer geht: eine gemeinsame Welt voller Abenteuer zu entdecken. (Karin Cerny)

Daniel Ribeiro

Geboren 1982 in São Paulo, Brasilien ist als Drehbuchautor, Regisseur und Cutter tätig. Er studierte an der Filmschule der Universität von São Paulo und erhielt weltweit zahlreiche Festivalpreise für seine Kurzfilme Café com leite (2007; identities 2009, Gläserner Bär, Berlinale 2008) und Eu não quero voltar sozinho (2010; identities 2013). Hoje eu quero voltar sozinho (2014) ist sein erster Langspielfilm.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
12.06. 18:00 / Filmcasino

REGIE:
Daniel Ribeiro

Buch: Daniel Ribeiro nach seinem Kurzfilm I Don’t Want to Go Back Alone
Kamera: Pierre de Kerchove
Schnitt: Cristian Chinen
Musik: Daniel Turini, Fernando Henna
Produktion: Diana Almeida
Mit: Ghilherme Lobo, Fabio Audi, Tess Amorim, Eucir de Souza, Isabela Guasco, Selma Egrei, Lucia Romano

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